Trip Report - Pleasure Jam 2008



Pleasure Jam 2008. Drei Worte, die beim Großteil unserer Crew ein Kribbeln in den Füßen verursachten.
Drei Worte, die für beinahe alle den Saisonstart bedeuteten. Und drei Worte, die vor allem Felix, Lars und Niggo in Erinnerungen und Erinnerungslücken schwelgen ließen, war doch der Pleasure Jam 2007 von einem gewaltigen Wintereinbruch gezeichnet, der über Nacht meterweise Powder bis ins Tal brachte und somit 3 Tage lang eine weiße Spielwiese aus dem Gebiet um den Dachstein machte.
Insgeheim hofften natürlich alle wieder auf einen derartigen Dump, aber die Wetterprognose ließe eher bangen,
ob auf dem Gletscher selbst denn überhaupt genug Schnee liegen würde, um darin oder darauf Spaß zu haben.
Frohen Mutes machten sich dann aber trotzdem alle, die irgendwie die Schule, den Job oder die Uni mal beiseite
lassen konnten, namentlich Lars, Öko, Film-Max und Foto-Buzzty, zuerst am Mittwoch auf nach Salzburg in unsere
Alpen-Basis, um dort von Felix und Niggo mit warmen „Premium-Schankbier“ aus der Dose und eigens gebackenen
b4p-Keksen empfangen zu werden.
Da die Ankunft mitten in der Nacht stattfand und erstmal das Wiedersehen ordentlich begossen werden musste,
ging es dann um 5 Uhr morgens auch schon ins Bett, bevor dann der Donnerstag„morgen“ mit einem Frühstück
bei Ikea losging. 50 Cent für ein Hot-Dog ist schließlich eine klare Ansage und so nutzten wir den Frühstücksausflug,
um Niggo neue Handschuhe zu kaufen, Hasi eine Sido-Maske zu besorgen und eben geschätzte 700 Hot-Dogs plus etliche Softdrinks zu uns zu nehmen. Satt und zufrieden ging es dann in die Homebase, bevor wir erstaunt
feststellten, dass wir noch ein Abendessen und Vorräte für den eigentlichen Trip besorgen mussten.
Als wir dann Absolut Vodka im Angebot für 9,95 die Flasche entdeckten, wussten wir, dass auch der fehlende
Powder ein zu verkraftender Verlust sein würde. Fein eingedeckt mit klaren Getränken, Mischgetränken und
bierhaltigen Getränken konnte also nichts mehr schiefgehen. Bevor wir uns ins Bett machten zeigten die Alpenbase-Bewohner Felix und Niggo dem Rest der Truppe noch den berüchtigten Schwermatrosen, den man im Flip in der
Altstadt zu sich nehmen kann und sollte (Hierbei handelt es sich um einen Cocktail, der endlich mal ein gescheites Mischverhältnis hat).

Am nächsten Morgen mussten dann Öko und Niggo als Fahrer den Rest der Truppe aus dem Bett rollen, bevor
wir uns tatsächlich recht pünktlich um kurz nach Sieben auf den Weg Richtung Schladming machten.
Gegen halb Neun kamen wir am Gletscherparkplatz an und waren etwas erstaunt. Wo man letztes Jahr nur mit Schneeketten und einem halbwegs gescheiten Auto hinkam, lag heuer nicht eine Flocke Schnee, es war nichtmals
wirklich kalt. Aber wir ließen uns nicht entmutigen, holten uns unsere Tickets und bestiegen die Gondel. Oben angekommen sahen wir wenigstens endlich mal etwas weißes. Nicht viel, nicht besonders strahlend weiß, aber,
mit welchem Schnee auch immer, ein perfekt geshapeter Park. Das Glitzern in den Augen war durch die Goggles
zu sehen und so begann unser erster gemeinsamer Tag der Saison mit jauchzenden Pistenturns, den ersten
Ollies der Saison und einem fetten Grinsen.
Bereits bei der zweiten Liftfahrt entdeckten wir dann auch Hans, der verräterischerweise mit den Jungs von
Via Montana Snow mitgefahren war und auch bei den Jungs wohnte. Große Freude also wieder einmal und
dann konnte auch endlich zusammen geshreddet werden. Das Wetter und die Sicht ließen allerdings Fotografieren
oder gar Filmen völlig sinnlos werden und so hatten alle erstmal eine feine Session, in der sie sich wieder an das
Gefühl von Schnee unterm Brett gewöhnen konnten und erste Airtime sammelten.
Bei Niggo war dann allerdings auch schnell wieder Schluss, gerade wo er glaubte, sich an den Kicker gewöhnt
zu haben, machte ein dummer Verkanter im Absprung aus etwas, das ursprünglich ein Method werden sollte,
einen halben Frontside Rodeo. Halb bedeutet bei Rodeos dummerweise, dass der Kopf unten ist und so diente
dieser auch als das Körperteil, das als erstes in der eisigen Landung aufsetzte und somit Niggos Kopf ordentlich durchgeschüttelt wurde. Den Helm hatte er natürlich in Salzburg vergessen, wie könnte es anders sein.
One Man Down, Six to go, also chillte Niggo ab da in der Chillzone rum und brabbelte eine fremde Sprache, fraß Schmerzmittel wie Gummibärchen und versuchte ab und zu gerade zu laufen, während der Rest ein bisschen
vorsichtiger aber immer noch fröhlich vor sich hin fuhr.

Gegen Nachmittag machten wir uns dann auf vom Berg, um unser geliebtes Chalet, dass wir wieder mal gemietet
hatten, endlich zu beziehen. Während Niggo sich mit Tablettencocktail ins Bett verabschiedete um irgendwann mal wieder geradeaus reden zu können warfen die anderen bereits die Sauna an, um sich schon mal mental auf die
Party am Abend vorzubereiten. Vorher war aber noch der obligatorische Besuch in der Talbachschenke aka Schalbiertränke, zu dem unser Chalet gehörte, fällig, wo wir uns mal richtig was gönnten, bevor wir unsere
Mägen mit Bier und Unmengen Wodka-Energy malträtierten. Letzteres eingenommen während eines Trinkspiels,
das nicht ohne Grund den Warnhinweis trägt, dass bisher niemand das Spiel zu Ende gespielt habe.
Ordentlich angeheitert ging es dann also zu den Kollegen von VMSnow, wo wir unseren Hans wieder aufgabelten
und außerdem noch gleich zweimal beim Bierpong gegen die Mittel-/Südhessischen Kollegen gewannen. Einziger Negativpunkt bis dato war der Verlust von Felix, der auf dem Weg die geniale Idee hatte, durch einen Busch zu
springen. An sich nicht weiter spannend, aber dann im Busch an einer Steinkante hängenzubleiben und der
Länge nach, Nase voraus auf der Straße zu landen, bedarf schon einigen Könnens.
Mit Verdacht auf Nasenbeinbruch schafften wir es dann auch tatsächlich irgendwann einen Krankenwagen
zumindest in die Nähe des Appartements zu lotsen und Felix durfte statt im Doppelbett mit Basti im
Vierbettzimmer im Krankenhaus nächtigen. Der Rest der Truppe hatte trotz der Erlebnisse ordentlich Spaß auf der Pirates-Party in der Tauernhalle, auch wenn sich beim Schreiber des Artikels mal wieder leichter bis erheblicher Gedächtnisverlust einstellte, weshalb hier auf Details verzichtet wird.

Der nächste Tag begann leicht katerbehaftet, und das trotz der Meldung, dass es Neuschnee am Gletscher habe.
Ein Blick aufs Panorama-TV dämpfte dann allerdings die Freude, es handelte sich um ca 5 cm, wenn man nach Bergbahnbetreibermaßstäben gemessen hätte. Also machte sich die Truppe, nachdem man Felix aus dem
Krankenhaus befreit hatte (Diagnose: wohl doch kein Nasenbeinbruch und der tiefe Cut an der Innenseite
der Lippe offenbar nicht nähenswert), ab auf den Berg, wo man dann allerdings nicht wirklich wahnsinnig
viel fahren ging, der Kopf sperrte sich dann doch ein wenig gegen Anstrengungen, die über Konversation und Nahrungsaufnahme hinausgingen. So wurde dann der Tag gechillt im gemütlichen Kreise verbracht, Konversation betrieben, ab und an mal ein Brett gekrallt um ein, zwei Runden zu drehen bevor man sich wieder zu den anderen gesellte und ein bisschen Contest geschaut. Der fand ja schließlich auch noch statt, allerdings machte der Nebel
das Zuschauen und mit Sicherheit auch das Fahren nicht gerade zum Highlight, außerdem war es ja eh nur die
Qualifikation, das Finale sollte aufgrund des Wetters erst am Sonntag, der mit Sonnenschein angekündigt wurde, stattfinden. Grund genug sich den Vorsatz zu fassen, am Abend nicht ganz so Gas zu geben wie am Vortag.

Als wir am Spätnachmittag dann wieder ins Chalet zurückfanden, war es plötzlich ein kleines bisschen enger als
vorher noch. Die 6 Kollegen aus München waren nämlich eingetroffen, außerdem hatten wir noch Niggos
Nachfolgerin bei der Pleasure, die Julia, im Gepäck und dann hieß es auch noch Abendessen.
Wer auf die grandiose Idee kam, mit 13 Leuten Tiefkühlpizza zu machen, weiß ich nicht, aber so mussten
beinahe alle ein wenig warten, bis sie auch was zwischen die Zähne bekamen.
Als dann alle satt waren, wurde die Julia nach Hause gefahren, Niggo holte bei der Gelegenheit gleich mal
seine neue Jacke und Beanie ab, während die anderen sich in wilde Verschwörungstheorien bei Mord in Palermo
oder doch einfach nur in die Sauna warfen.
Die Partyvorbereitungen liefen eher gemächlich an, man wollte schließlich ja nicht so viel Gas geben, irgendwie
war dann aber trotzdem ruckzuck die dritte Absolut-Flasche leer, vermutlich angestoßen durch einen Haufen Atomic-Österreich-Jungs und beinahe zeitgleich eintreffende VMSnow-Kollegen, die alle so eine Partystimmung verbreiteten, dass die Partyhungrige Belegschaft von uns (Öko, Max, Niggo und der bereits vorgeglühte Hans) beschlossen,
doch ein bisschen was vorzuglühen. Was Hans dann noch mit einer Webcam anstellte sei hierbei verschwiegen. Fazit des Abends war jedenfalls, dass am nächsten Morgen alle eher wenigen Erinnerungen
aufwachten und sich gegenseitig mit Bruchstücken von Erinnerungen versorgten.
Als dann auch endlich die Partybelegschaft den Weg auf den Berg schaffte (die Daheimgebliebenen waren voller Tatendrang bereits frühmorgens los) erwartete sie erstmal eine Parkplatzsituation, die gelinde gesagt als Scheiße bezeichnet werden konnte. Per Shuttlebus musste man circa 5 Kehren bis zur Gondel gebracht werden,
also war man noch später als geplant auf dem Berg. Immerhin ließ das Wetter zumindest ein paar Fotos und Tape-Minuten zu, zu denen allerdings eher wenige Fahrer fähig waren.
Lars schaffte es bei der Session auch noch, seine Ski-Bindung zu zerlegen, wieder mal ein Beweis dafür, dass ein Snowboard ihm eindeutig besser zu Gesicht steht. Währenddessen lief auch noch das Contestfinale, dem sich
Niggo und Hans zuschauermäßig widmeten, die beiden waren aufgrund diverser Vorkommnisse in der Nacht
zuvor noch nicht wirklich fähig ein Brett sicher den Berg runterzubringen, weshalb sie auch darauf verzichteten.
Ein kommunikatives Missverständnis sorgte noch dafür, dass Niggo im Glauben, alle anderen seien schon unten,
sich eine Mitfahrgelegenheit erschnorrte und dann dummerweise eine Stunde vor dem abgesperrten Chalet in
der Kälte auf die anderen warten musste. Selbst schuld, zu allem Überfluss war nämlich auch noch der Handyakku
leer, und somit suchten die anderen oben auf dem Berg jedes Restaurant nach ihm ab, bevor sie entschieden,
dass er wahrscheinlich den Berg heruntergerollt war. Leicht belämmert machten wir uns also ans Aufräumen,
besser gesagt ans Renovieren vom Chalet und schafften es tatsächlich um halb Acht auf den Weg nach Salzburg.
Danke an dieser Stelle an die Betreiber der Talbachschenke für die unendliche Geduld! Wir werden mit Sicherheit wiederkommen.
Als dann am Montag noch einmal das beliebte schwedische-Spezialitäten-Restaurant mit gelbem Logo zum
Frühstück von endlos vielen Hot-Dogs besucht wurde, kam auch schon die Abschiedsstimmung hoch, als sich die Partybustruppe wieder gen Heimat machen musste. Nach einigen Abschieds-Dummidiot-Aktionen hieß es dann also Servus und der erste Trip der Saison war offiziell beendet. Ein Trip, der weniger dem Snowboarden als viel mehr dem ausgiebigen Partymachen gewidmet, aber für alle Beteiligten durchaus ein spaßiger und ereignisreicher Ausflug war. Dieser Event ist definitiv ein fester Bestandteil des b4p-Kalenders und keiner sollte ihn verpassen. Und wer weiß, vielleicht kommts nächstes Jahr wieder so dicke wie im vergangenen, man sollte nie aufhören zu hoffen.